Danke, dass du die Wege des Pastors Terry Jones hinausgelenkt hast aus unserer Stadt. So mussten wir nicht weltweit die Schlagzeile lesen: „Kölner Hassprediger will Koran verbrennen“. Bis vor zwei Jahren war dein verwirrter Diener ja Evangelist der „Christlichen Gemeinde Köln“, bevor er sich, getrieben durch finanzielle Unregelmäßigkeiten innerhalb seiner Glaubensgemeinschaft, im sonnigen Florida ansiedelte.
Vor dem altehrwürdigen Bahnhof Dahlhausen im Südwesten Bochums fährt die Zukunft vor. Auf Einladung des Vereins ‚PRO Dahhausen e.V.‘ legt die ‚Tour de Ruhr‘, die in der Region größte Veranstaltung zum Thema Elektromobilität, eine Etappenpause ein. Dutzende von Kleinwagen gleiten fast lautlos über das alte Kopfsteinpflaster.
Als wir das schwere Eisentor vor unserem Haus zur Seite schieben, nickt unser haitianischer Sicherheitsmann freundlich. Dann studiert er weiter die Bibel. Neben ihm lehnt ein großkalibriges Gewehr. Es ist fünf Uhr morgens, die Hauptstadt Port–au-Prince erwacht. Wir sind auf dem Weg in das Bergdorf Coupeau, wo mit Geld der deutschen Kindernothilfe eine eingestürzte Schule neu gebaut wird.
Die Kölner Zigeuner sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. In den 50er Jahren mimten die Stehgeiger auf Hochzeiten und Geburtstagsfeiern mit ihren Husarenuniformen den folkloristischen Farbtupfer. Jener sollte die weiße Weste der Deutschen, die 1945 unter der abgelegten braunen Uniform zum Vorschein kam, ein bisschen aufpeppen.
August. Auch wenn draußen noch die Sonne heizt, ist es doch nur noch ein paar Tage hin, bis uns im Supermarkt die ersten Weihnachtsmänner aus den Regalen grüßen und sich Spekulatius und Zimtsterne unter die Sonderangebote mischen. Zeit, Abstand zu gewinnen, sich mental der Frage zu stellen, was bleiben wird von diesem Jahr, das seinem Ende entgegengeht. Was war da noch? Schnee im März? Die Landtagswahl im Mai? Das „Wagnis Minderheitenregierung“? Die Löcher in den kommunalen Haushalten? Wie in Wuppertal: Geld für die Oper, nicht für Obdachlose und Bibliotheken?
Freund Frank war wieder in Köln. Aufmerksame Leser dieser Rubrik kennen ihn bereits von der Juliausgabe vergangenen Jahres. Der verzweifelte Ostwestfale suchte damals in der Domstadt eine Currywurst. Eigentlich müsste man ihn in dieser Rubrik öfter erscheinen lassen, zeigt er als erdverbundener Erdenbürger den Kölnern durch seine Verwunderungen besonders trefflich ihr wahres Ich.
Zu den Absurditäten der Massenmobilität gehört auch nach über hundert Jahren Fahrzeugbau, dass locker eine Tonne Automobil oder mehr bewegt werden will, um einen 75-Kilo-Menschen von A nach B zu bringen.
Gestern bin ich einem Mann mit Killerinstinkt begegnet. Ich verließ gerade den Kaufhof, wo ich bei Saturn ein paar gewöhnliche Druckerpatronen erstanden hatte, als die Fußgängerampel auf Rot sprang.
Könnte es sein, dass wir seinen 50. Geburtstag verschlafen? Seit 1960 laufen Menschen zum christlichen Auferstehungsfest von Duisburg nach Dortmund. Am Anfang liefen sie noch mit Faltenrock und Trenchcoat, später mit Latzhose und Fusselbart – eine säkulare Prozession. Und dieses Ostern? Nicht Schwerter zu Pflugscharen, sondern Buggys zu Rollatoren? Inzwischen sind die in den Sechzigern in Kinderwagen mitgeführten Kinder Großeltern und die in den Achtzigern in Kinderwagen mitgeführten Kinder Eltern geworden. Häme ist aber fehl am Platz...
Umweltfreundlicher durchs Revier zu rollen, ist keineswegs nur Sache privater (Auto)Mobilisten: Nach erfolgreichem Testlauf in Bochum und Gelsenkirchen rüstet der Verkehrsverbund VRR jetzt den ÖPNV mit Hybridbussen hoch.
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