Freund Frank war wieder in Köln. Aufmerksame Leser dieser Rubrik kennen ihn bereits von der Juliausgabe vergangenen Jahres. Der verzweifelte Ostwestfale suchte damals in der Domstadt eine Currywurst. Eigentlich müsste man ihn in dieser Rubrik öfter erscheinen lassen, zeigt er als erdverbundener Erdenbürger den Kölnern durch seine Verwunderungen besonders trefflich ihr wahres Ich. Frank wollte Seilbahn fahren. Über den Rhein. Eine Riesenschlange ringelte sich vor dem Kassenhäuschen. Nur Herren in edlem Zwirn. Eine Verpartnerschaftlichungsgesellschaft. Die Fotografen knipsten aus allen Rohren, als das junge Glück die plüschige himmelblau-güldene Gondel erklomm. Frank wurde unwohl, gehörte zu seiner eher ländlichen Wertewelt nicht unbedingt gleichgeschlechtliche Festlichkeit. Direkt hinter uns stellte sich ein arabisch anmutender Mann mit weißem Gewand, Fusselbart und Burka-bewehrter Begleiterin an. „Bombenleger“, murmelte Frank. Dabei schaute der Herr mit Migrationshintergrund gleichmütig und freundlich auf die vielen glücklichen Menschen und den einen unglücklichen Mensch vor ihm. Ich wollte Frank nur beruhigen und rief: „So ist unser Kölle!“ Meine Intervention misslang. Frank schwitzte Sturzbäche, bis wir wieder außerhalb der Stadtgrenzen waren.
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