Zur kölschen Identität gehören der Dom, der FC und das Kölsch. Um alle drei steht es nicht gut. Der Dom ist inzwischen Raumzeichen katholischen Missbrauchs, der FC bockt untertourig herum, und...
Endlich ist der Beweis erbracht. Jesus hätte FDP gewählt. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, sagte der allererste Liberale der Menschheitsgeschichte, als die örtliche Bürokratie in Form eines gewissen Pilatus versuchte, ihm das Leben schwer zu machen. Treffender kann man die Forderung nach weniger Staat und mehr Verantwortung für den einzelnen Bürger nicht formulieren. Zuvor schon bewies der Heiland, dass er privates Engagement der staatlichen Daseinsfürsorge vorzog.
Natürlich leben wir in Nordrhein-Westfalen in einem sicheren Land. Hier hat sich „die Zahl der Einstellungen bei der Polizei mehr als verdoppelt“, hat Kommissar Rainer Wendt, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPG), ermittelt.
Natürlich ist er verrückt. Wer bitte schön gibt, wenn er nicht von allen guten Geistern verlassen ist, als Berufsbezeichnung „Exorzist“ an? Damit ist der Mann, Anfang Fünfzig, der mir in seiner Praxis gegenübersitzt, von unserem kulturell festgelegten Nullpunkt der scheinbaren Normalität abgerückt. Oder eben: verrückt. Doch wer jetzt meint, seine Geschichte anzuhören sei Zeitverschwendung, der ist nicht normal, sondern ignorant.
Ballauf und Schenk wissen nicht weiter, tappen total im Dunkeln. Meisner ist weg. Spurlos verschwunden. Feinde hat der alte Mann genug in der Stadt. Schwule, Frauen, Moslems, Klosterschüler, Antifaschisten, Glaser, es gibt wenige Kölner, die als Täter eines Gewaltverbrechens nicht in Frage kommen. Bei einer gemeinsamen Currywurst am linken Rheinufer grübeln die beiden Kommissare. „Was fällt dir zu dem Wort Kardinal ein?“ brummt Ballauf. „Kardinalfehler, Kardiologe, Herzenssache …“ , nuschelt Schenk in seine Fritten. Da durchzuckt es Ballauf...
Ich sorge mich um diese Stadt, sagte Fritz und stellte sein Kölsch-Glas energisch auf den Tisch. Wer tut das nicht, sagte ich und nahm erst einmal neben Markus Platz.
Aus gegebenem und aktuellem Anlass probieren wir für diese ansonsten bereits kurzweilige Einleitung von choices eine neue Vorgehensweise. Wir drucken im ersten Abschnitt nur jedes fünfte Wort. Trotzdem soll der Text ausreichend originell wirken. Der Autor erhält trotz der Lücken natürlich das Honorar, das ihm bei Abgabe des vollständigen Textes zusteht. Desweiteren wird er die hier nicht verwendeten Worte unter der Hand einer regional agierenden Boulevardzeitung verkaufen. Los geht’s:
Als kürzlich Schlag auf Schlag bekannt wurde, wie ausgreifend katholische Geistliche Kinder misshandelt haben, schwieg der Mann, der sonst öffentlich alles geißelt, was ihm moralisch suspekt ist: Kardinal Joachim Meisner.
„Alles wie gehabt“, mahnt Pablo mich routiniert. „Wenn Polizisten kommen, sprichst du nicht mehr mit mir, und wechselst die Straßenseite.“ Mein Informant knipst mit einem bemühten Lächeln sein rechtes Auge zu, ein Versuch von Entspannungspolitik. Wussten wir doch, dass dieser Nachmittag massive Konsequenzen haben könnte, Pablo drohte Gefängnis.
Diesmal droht uns der Untergang nicht durch die Schweinegrippe oder ein polares Sturmtief namens Daisy. Es geht um einen kulturpolitischen Dauerbrenner.
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