Im Umfeld des Internationalen Frauentags diskutierten wir im März facettenreich die Frage nach dem Platz von Frauen in unserer Gesellschaft. Jetzt wird der Diskurs in Köln übergangslos auf der Leinwand fortgeführt, wenn vom 22. bis zum 26. April das 43. Internationale Frauenfilmfest Dortmund+Köln weibliches Filmschaffen in all seiner Vielfalt feiert. „Die Präsenz von Frauen vor und hinter der Kamera ist extrem wichtig – aber genauso wichtig ist es, ihre Filme in die Welt zu tragen“, sagt Festivalleiterin Maxa Zoller. Hinaus in die Welt geht es diesmal wieder vornehmlich von der Domstadt aus – ausgesuchte Programmpunkte werden aber auch in der Schauburg in Dortmund zu sehen sein.
Los geht es mit dem Eröffnungsfilm „No Good Men“. Die afghanische Regisseurin Shahrbanoo Sadat erzählt in ihrem Drama von Naru, einer Mutter in Kabul 2021. Desillusioniert von den patriarchalen Strukturen, findet sie als Kamerafrau im Fernsehen Unterstützung durch einen Kollegen. Dann rückt die Taliban ein. Austragungsorte sind Filmpalast und Filmhaus Köln. Letzteres diskutiert darüber hinaus: „Was macht queer-feministisches Kuratieren aus?“ und untersucht in dem Experimentalfilm „Fia Fabula“ feministische Erzählweisen. Im „Spot On“ geben die Kölner Produzentin Melanie Andernach und die deutsch-vietnamesische Content Creatorin Pocket Hazel Einblicke in frauengeführte Unternehmen. Der Internationale Spielfilmwettbewerb wird im Odeon ausgerichtet. Hier sitzt unter anderen Bettina Brokemper, Geschäftsführerin des Kölner Verleihs „Heimatfilm“, in der Jury. Eines der Highlights und für NRW besonders relevant ist der Wettbewerbsbeitrag „Sechswochenamt“, der komplett in Erkelenz gedreht wurde und Darsteller:innen aus der Region vor der Kamera vereint.
Das Odeon richtet zudem den Nachwuchs-Wettbewerb „Female Gaze“ aus und lädt die Kamerafrau und KHM-Professorin Sophie Maintigneux zum Werkstattgespräch ein. Im Filmforum NRW kommen in der queeren Sektion „begehrt!“ diverse Kooperationen mit den „Kölner Lesbian Visibility Weeks“ zustande. Die US-Performerin Annie Sprinkle stellt ihren neuen Dokumentarfilm „Playing with Fire: An Ecosexual Emergency“ vor. Und draußen vorm Dom bittet Gabriele Stötzer zu ihrem Film „Veitstanz/Feixtanz“ (DDR, 1988) auch vor der Leinwand bei Schlagzeugbegleitung zum Tanz. Anregend körperlich wird es auch im Cinema Mischatelier von toruspost, wo zum Klangbad in Dolby Atmos eingeladen wird. Das Orangerie Theater schließlich richtet „Die lange Filmnacht“ aus. Hier läuft auch eines von mehreren Kurzfilmprogrammen: „117 Years of Sisterhood in Film“ schaut zurück auf den Frauenfilm bis in die Stummfilmzeit. Und den finalen Paukenschlag gibt es hier bei der Festivalparty mit dem Kollektiv Mimosa.
Alle weiteren Filme, Panels, Diskussionen und Netzwerkveranstaltungen finden sich im Programmheft. Abschließend sei noch auf das Programm für Kinder und Jugendliche verwiesen: „Wege finden“ lautet hier das Motto auf einem Festival, das seinen Weg seit 43 Jahren geht.
Internationales Frauenfilmfest 2026 | 22. – 26.4. | div. Orte in Köln, Schauburg Dortmund | 0231 502 51 62
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