Es gibt 101 Beiträge von Olli
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15.07.2026
In Thüringen habe ich das Licht der Welt erblickt. Die Stadt Greiz, in der der Film spielt, kenne ich allerdings bis heute nur vom Hörensagen. Im Film habe ich nicht nur etwas über die Stadt erfahren, sondern auch eine gut inszenierte Geschichte über das Zusammenleben von Menschen in unserem Land erleben können. Frau Trobisch hat die zerrütte Familiengeschichte in ihrer ganzen Dramatik dargestellt. Das hat eigentlich zunächst nichts mit Ost oder West zu tun.
Nachdem der Vater die 16jährige Tochter Lea für eine Castingshow angemeldet hat, lernen Lea und die Familie die marketinggeprägte Showwelt kennen. Im Gegensatz zum Leben in der Thüringer Kleinstadt eröffnet sich hier eine Scheinwelt, die das reale Leben überstrahlt. Es zeigt sich aber bald, dass Show und Glimmer die realen Probleme bzw. Konflikte im wirklichen Leben nicht lösen können.
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12.07.2026
Hauptgrund, den Film anzuschauen, war für mich zum einen ein großer Beitrag in der Rheinischen Post, der mich neugierig gemacht hat. Zum anderen wollte ich gern noch einmal Dustin Hoffman in einem Kinofilm erleben. Er begleitet ja mein ganzes cineastisches Dasein. Der Film ist auf jeden Fall sehenswert. Havana Rose Liu hat mich alten Kinogänger, bewusst oder unbewusst, einfach um den Finger gewickelt.
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07.07.2026
Ich habe wohl gerade noch die letzte Aufführung des Films "Rose" in Düsseldorf sehen können. Dabei ist mir etwas bisher einmaliges passiert: Im Kino METROPOL wurde für mich im Saal Phantom als einzigem Zuschauer der Film präsentiert! Was für eine Ehre ;-) Nun könnte man meinem, mit dem Programmkino geht's bergab. Das Gegenteil ist zum Glück der Fall. Vor Kurzem wurde im METROPOL der Kinosaal Souterrain eröffnet. Ein weiterer zusätzlicher Vorführraum soll bald eingerichtet werden. Als ich das Kino verließ, standen die Menschen auch für die nächsten Filme Schlange.....
Ach so, und was ist mit dem Film "Rose"? Falls man ihn noch irgendwo auf dem Programm findet: Unbedingt ansehen! Sandra Hüller spielt ihre männliche Rolle überzeugend. Auch Caro Braun ist als Ehefrau Suzanna mit ihr auf Augenhöhe.
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04.07.2026
Ingeborg Bachmann wurde 1926 geboren und starb schon 1973. Bei meinem Kinobesuch traf ich auf viele Besucherinnen und Besucher, die etwas jünger als Ingeborg Bachmann waren, aber nicht viel. Im Gegensatz zu mir haben sie das Wirken der Künstlerin wohl noch in jungen Jahren live verfolgt. Ich kannte zugegebenermaßen von der Protagonistin nur den Namen und den nach ihr benannten Literaturpreis.
Meine Motivation für den Kinobesuch war also, mehr über Ingeborg Bachmann zu erfahren und natürlich die Mitwirkung von Sandra Hüller. Die Regisseurin Regina Schilling hat das Leben von Ingeborg Bachmann auch mit seinen Widersprüchen und Kämpfen gut herausgearbeitet. Der Einsatz von Sandra Hüller als Parallelfigur zur eigentlichen Protagonistin war ein interessanter Kniff, um eine Brücke von Bachmann zur heutigen Zeit zu schlagen.
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27.05.2026
Der Film spiegelt stark die persönliche Ebene der globalen Katastrophe des zweiten Weltkriegs. Die Nazis sind 1933 nicht vom Himmel gefallen und 1945 wieder verschwunden. Gewalt hat auch immer etwas mit der menschlichen Natur zu tut. "Gewöhnung" an Unrecht kann letztlich zum Untergang führen. Am Ende wird der Film erschreckend aktuell.
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26.03.2026
An obigen Spruch meiner Großmutter musste ich im Kino denken. Wir sind Weltmeister im Aufbauschen und Diskutieren unserer Schein-Probleme. Ich kann mir vorstellen, dass Menschen in anderen Gegenden der Welt die deutschen "Problemlöser" nicht ansatzweise verstehen.
Also, die Diskussion von Problemen (meist Schein-Probleme) wurde komödiantisch sehr gut umgesetzt. Ich konnte viel lachen. Ab und zu ist mir das Lachen im Halse stecken geblieben, da ich meine eigenen Argumente oder Lebensumstände auf der Leinwand wieder entdeckt habe. An manchen Stellen war die Komödie für mich zu überspitzt. Aber das ist Geschmackssache.
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05.03.2026
Der Film hat etwas Geheimnisvolles! Pflanzen, insbesondere der Gingo-Baum im Botanischen Garten in Marburg, und Menschen scheinen gleichberechtigt im Film mitzuwirken. Die Menschen treibt der Wunsch um, das Wesen von Pflanzen "verstehen" zu wollen. Umgekehrt scheinen die Pflanzen das Bedürfnis zu haben, mit ihrer Umgebung (dem Menschen) zu kommunizieren. Es schimmert ein gewisses Verständnis füreinander durch. Doch zu unterschiedlich sind das Funktionsprinzip und die Erfahrungsebenen von Pflanze und Mensch, als dass man wirklich eine Kommunikationsebene finden könnte.
Die drei Zeitebenen im Film, die sich über einen Zeitraum von 112 Jahren erstrecken, spiegeln nicht nur die Ambivalenz zwischen Pflanze und Mensch wider. Die Spannungsfelder zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, zwischen Wissenschaftler und Handwerker (Hausmeister) und letztlich zwischen Mann und Frau werden thematisiert. Auch hier gibt es Annäherung, aber letztlich auch unterschiedliche Erfahrungsbereiche, die der jeweils andere nicht vollständig durchdringen kann.
Die drei Zeitebenen werden inhaltlich immer wieder punktuell "durchstochen". So bildet beispielsweise die Zitation von Goethe und seines Buches "Metamorphose der Pflanzen" eine gut konstruierte Verbindung zwischen den Zeitabschnitten. Gleichzeitig greift sie auch Bezüge zu den genannten Ambivalenzen des Films auf.
Insgesamt ein tolles Konzept für einen Film. Ergebnis ist ein echtes Kunstwerk, dass beeindruckt und den Betrachter mitnimmt. Die junge Luna Wendler war großartig. Den Preis als beste Nachwuchsdarstellerin beim Filmfestival in Venedig ist eine schöne Würdigung ihrer Person und ihres Könnens.
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22.02.2026
Seit ewiger Zeit hatte ich das Kino Black Box im Düsseldorfer Filmmuseum nicht mehr besucht. Der Name Konrad Wolf, Regisseur des angekündigten Films "Sterne" hat mich aufhorchen lassen. Prinzipiell finde ich es interessant und auch ein wenig mutig, einen Film von Konrad Wolf zu präsentieren. Immerhin war er ein strammer Kommunist und damit nach dem Krieg im DDR-Regime verwurzelt. Seine Familie emigrierte im dritten Reich über mehre Staaten in die Sowjetunion. Als 19jähriger kam er als Offizier der sowjetischen Armee dann zurück nach Deutschland. Aber Konrad Wolf eckte in der DDR durchaus auch an. Vielleicht konnte er sich das aufgrund seines gesellschaftspolitischen Werdegangs und seines grundsätzlichen Standpunkts leisten. Ich erinnere mich, als Wolfs Film "Solo Sunny" 1979 ins Kino kam. Heute würde man daran nicht den geringsten Anstoß nehmen und ihn eher unspektakulär empfinden. Für die DDR hatte die Aufmüpfigkeit der Schlagersängerin Sunny etwas von einer kleine Revolution.
Nun zu "Sterne":
Mit diesem Film wurde 14 Jahre nach Kriegsende erstmals die Judenverfolgung thematisiert. Faszinierend ist aus heutigem Sicht der Blick auf das bulgarische Städtchen in dem die Gruppe griechischer Juden kurzzeitig stationiert wurde. Die schauspielerische Darstellung der "Beziehung" zwischen dem Unteroffizier Walter und der Jüdin Ruth würde man heute sicherlich anders herausarbeiten. Sie wirkt in Film doch sehr gestellt.
Sofort wieder erkannt habe ich Erik S. Klein. Er glänzt in seiner Rolle als Leutnant Kurth, dem (Kriegs-)Freund von Walter und unbekümmerten Lebemann. Die Figur stellt für mich auch am ehesten einen Bezug zur heutigen Gesellschaft dar.
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22.02.2026
Der Regisseur Paul Smaczny begleitet den Maler Michael Triegel über mehrere Jahre bei der Neu-Erschaffung des zerstörten Mittelteils des Cranach-Altars im Naumburger Dom. Er lässt uns teilhaben am Schaffensprozess des Bildes. Stück für Stück nimmt das Kunstwerk Gestalt an. Der Film gewährt uns aber auch tiefe Einblicke in die Überlegungen, die Visionen und Zweifel des Künstlers. Durch die Darstellung von realen Personen der Gegenwart versucht Triegel eine Brücke zu bauen zwischen der 2000 Jahre alten biblischen Geschichte und unserer heutigen Zeit. Begeistern sind Triegels handwerkliche Akribie sowie seine künstlerische Komposition und die Umsetzung der Ideen.
Zwei Dinge haben mich beeindruckt: (1) Tiegel sieht auch das Schreckliche, Schockierende unbedingt als einen Gegenstand von Kunst. Die Auseinandersetzung damit lässt sich sowohl im Leben als auch in der Kunst nicht einfach wegschieben. (2) Triegels Ehefrau Christine steht zu ihrem verrückten Künstlergatten und nimmt teil an seinem Mühen und Freuden.
Gern hätte ich mir den Triegel-Cranach-Altar im Original in meiner alten Heimat in Naumburg angesehen. Doch da aufgrund der künstlerischen Darstellung die UNESO den Weltkulturerbetitel des Doms gegenwärtig in Frage stellt, befindet sich der Altar für eine befristete Zeit in einer Kirche in Rom. Im Mai plane ich eine geführte Reise durch die ewige Stadt. Vielleicht habe ich dabei ja Gelegenheit, mir das Kunstwerk anzuschauen?
Für Kunstinteressierte ist der Film sehr zu empfehlen.
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Die Odyssee
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Ich habe es geahnt: Odysseus war Amerikaner
21.07.2026
Der Film war gewaltig: gigantische Filmszenen, unterlegt mit eindringlicher Filmmusik. Große Bilder, großes Kino. Neben den gewaltigen Heldentaten gab es auch immer wieder emotionale Moralhinweise.
Ich wusste ja worauf ich mich einlasse. Habe selten im Vorfeld und nach dem Anlaufen eines Films soviel Beiträge in den Medien vorgefunden und gelesen. Um meine Neugierde zu befriedigen, war es also ein "Muss" für mich, den Film anzusehen. Ich will den Film nicht schlecht schreiben. Es hängt natürlich immer auch vom Betrachter ab, welche Art von Filmen er sich gern ansieht. Das war eben großes Hollywood.