Mit anmutigem Schnitt durch die Epochen: Wettbewerber „In die Sonne schauen“
Foto: Neue Visionen

Schnitt für Schnitt

30. September 2026

Edimotion 2026 in Köln – Festival 10/26

Ordnung, Struktur, Rhythmus, Flow. Wie sich ein Film von Anfang bis Ende gestaltet, wie wir ihn, die Handlung, Zeit und Figuren wahrnehmen, wie er emotional auf uns wirkt – das bestimmt ganz wesentlich auch die Montage. Nicht ohne Grund sichern sich manche Regisseur:innen den Final Cut. Oder sie finden eine Editorin oder einen Editor ihres Vertrauens. Die Filmemacherin Jessica Hausner hat in Karina Ressler ihre Editorin gefunden: Zwanzig Jahre währt inzwischen die kreative Zusammenarbeit. Ressler hat auch Hausers Filme „Lourdes“, „Amour Fou“ und „Little Joe“ geschnitten und wurde für alle drei Arbeiten mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet. Seit 1990 montiert Ressler Spiel- und Dokumentarfilme fürs Kino und fürs Fernsehen, sie arbeitet zusammen mit Barbara Albert, David Schalko und Götz Spielmann. Die Preisverleihung Ehrenpreis Schnitt an Karina Ressler mit anschließendem Filmgespräch ist der Höhepunkt der diesjährigen Edimotion. Gezeigt wird „Little Joe“, Jessica Hausner wird die Laudatio halten. Darüber hinaus bittet Ressler zum Werkstattgespräch über Götz Spielmanns „Revanche“.

Über derlei Dialog, Panels und Filmgespräche macht die Edimotion das Gewerk greifbar. Das Festival präsentiert auch wieder jede Menge herausragende Montagekunst, wenn sich 16 Editor:innen mit 15 Filmen um die Schnitt Preise bewerben. Bei den Wettbewerbsfilmen handelt es sich hauptsächlich um Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum, Spielstätten sind dasFilmforum NRW im Museum Ludwig und das Filmhaus Köln.In der Kategorie Spielfilm ist die Editorin Evelyn Rack mit „In die Sonne schauen“ vertreten, Gesa Jäger mit „Gelbe Briefe“, Hansjörg Weißbrich mit „Rose“, Karine Sudan mit „À bras-le-corps“ und mit Damien Hauser („Memory of Princess Mumbi“) ein Regisseur, der in Personalunion den Schnitt verantwortet. Um den Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm bewerben sich Jana Dugnus („Im Prinzip Familie“), „Vincent Assmann („The Cowboy“), Charlotte Tourrès („Innere Emigranten“), Anna Kirst („Grünes Licht“) und im Team Kathrin Schmid und Laura Coppens („Sedimente“). Weitere fünf Montage-Künstler:innen treten an für den Förderpreis Schnitt Kurzfilm.

Die 26. Ausgabe von Edimotion flankieren die Veranstalter:innen auch in diesem Jahr mit branchenspezifischen Workshops. Beim exklusiven International Film Editors Forum tauscht sich die Branche aus und vernetzt sich. Und als Gastland steht in diesem Jahr Norwegen im Fokus: Eine Delegation von zwölf Filmeditor:innen aus Norwegen ist auf dem Festival zu Gast – Samstagabend richtet das Filmforum einen feierlichen Empfang aus. Mit norwegischer Küche, prominentem Grußwort und dem Berlinale-Sieger „Oslo Stories: Träume“.

Edimotion: 26. Festival für Filmschnitt und Montagekunst | 16. – 19. Oktober 2026 | Filmforum NRW im Museum Ludwig | Filmhaus Köln | www.edimotion.de

Hartmut Ernst

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