Die an die Biographie des ehemaligen Bassgitarristen und Leadsängers von Police angelehnte Geschichte spielt in der kleinen englischen Hafenstadt Wallsend, in der die Schiffsbauindustrie infolge von Margaret Thatchers Turbo-Kapitalismus und der Globalisierung zum Untergang verurteilt ist. Als das letzte noch unfertig im Dock liegende Schiff verschrottet werden soll, entschließen sich die Arbeiter, das Schiff gegen den Willen der Werfteigner zu Ende zu bauen. In diese prekäre Situation gerät der junge Gideon Fletcher (Marcel Hoffmann), der nach 15 Jahren auf See in seine Heimatstadt zurückkehrt.
Stings abwechslungsreiche Mixtur aus Shanty-, Pop- und Folkmelodien, die mit ihren Ähnlichkeiten zu Kurt Weills Balladen und Michael Flatleys keltisch geprägte „Lord of the Dance“-Shows ein interessantes Klangbild ergeben, gehört zu den außergewöhnlichsten, die je eine Pop-Ikone für den Broadway komponiert hat.
Diese Geschichte, die der Drehbuchautor diverser Hollywood-Blockbuster John Logan (u.a. „Gladiator“, „Skyfall“) und der Musical-Librettist Brian Yorkey („Next to Normal“) zwischen (politischer) Ernsthaftigkeit und melancholischer Poesie entwickelt haben, überarbeitete Lorne Campbell für die europäische Erstaufführung noch einmal, strich die religiösen Bezüge des Originals und eliminierte die tragende Figur eines Priesters. Auch wurde aus Gideons Sohn Tom jetzt seine Tochter Ellen.
Regisseur Markus Dietze stützt sich in Koblenz auf diese Neufassung und belässt die Songs dankenswerterweise im englischen Original. Da man ihre Texte aber verstehen muss, um der Handlung folgen zu können, werden die deutschen Songtexte des renommierten Musical-Übersetzers Wolfgang Adenberg nicht nur als Obertitel auf die Bühne projiziert, sondern befinden sich auch, zusammen mit den Originaltexten, im Programmheft. Eine großartige Idee, an der sich alle Musiktheater-Bühnen hierzulande ein Beispiel nehmen sollten!
Dietzes Inszenierung lebt vor allem von seiner präzisen Führung des bis in die kleinste Nebenrolle überzeugenden Ensembles. Dessen schauspielerische Qualitäten stehen dabei den gesanglichen ebenbürtig gegenüber, die das von Karsten Huschke dirigierte Orchester feinfühlig herausarbeitet.
The Last Ship | R: Markus Dietze | 12., 19., 26.9. 18 Uhr, 28.9. 19.30 Uhr | Theater Koblenz | 0261 129 28 70
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