Larry Goldings Trio
Foto: Kevin Scanlon

Warmes Wummern

30. März 2026

Larry Goldings Trio in Dortmund und Düsseldorf – Improvisierte Musik in NRW 04/26

Das Hammondorgel-Trio bleibt ein Klassiker unter den unsterblichen Jazzformationen. Seit drei Jahrzehnten spielen die stillen Stars der New Yorker Szene, Larry Goldings, Peter Bernstein und Bill Stewart, kontinuierlich zusammen. Ein durchaus ungewöhnliches Trio bilden diese drei Ausnahmemusiker, die allesamt mindestens ein Doppelleben führen. Gemessen an den zahlreichen Besetzungen des Trios mit Jimmy Smith, dem zentralen Star und neuen Vater der Hammondorgel, sind hier drei gleichwertige Jazzer Band-Leader. Alle dem Mainstream verpflichtet, spielen sie eigene Akzente und Vorlieben aus, ohne den Grundgedanken des warmen Wummerns aus der Orgel der Firma Hammond zu verleugnen.

Der aus Boston stammende Larry Goldings, der Tastenmann, ist eigentlich von Hause aus Pianist. Als er das erste Mal an der Orgel Platz nahm, war ihm bewusst, dass er sich wohl noch über Jahre mit diesem Instrument anfreunden müsse. Die Zeit des Kennenlernens ist lange vorüber. Immerhin besetzte er im wichtigsten Jazzmagazin Downbeat in den beiden letzten Jahren den 1. Platz unter den besten Hammond-Spielern.

In dem heftig bluesigen und swingenden Trio zupft Peter Bernstein eine klassische Vollresonanz-Jazzgitarre, mit trockenem Sound ohne elektrischen Schnickschnack. Mal verbeißt er sich in eine Phrase, klingt dann unangepasst, ohne Ufer einreißen zu wollen. Die Kollegen springen in diesen Fällen sofort bei, das wühlt den ruhigen Fluss augenblicklich auf. Ganz wichtig dabei ist der Drummer Bill Stewart, Lieblingsmusiker zahlloser Besetzungen, weil er ein so kreativer und sensibler Kommunikator ist, wie jede Band sich ihn nur wünschen kann. Er gilt mittlerweile – eigentlich wie alle drei großen Improvisatoren in diesem Trio – als Trendsetter für die nächste Generation.

Das Programm schreiben die Jungs teilweise selbst, übertragen bestehende Stücke aus ihren anderen Combos auf dieses intime Format, und sie scheuen nie vor bekannten Standards zurück. Diese erhalten von ihnen ein ganz eigenes Profil. Nach der langen Zeit benötigen die Musiker auch keine Noten, die Stücke haben sich großteils eingebrannt – ein nicht selbstverständlicher Anblick im Club-Jazz. Und ein weiterer Befreiungsschlag in der Improvisierten Musik.

Larry Goldings Trio | Domicil, Dortmund | 11.4. | Jazzschmiede, Düsseldorf | 12.4.

Olaf Weiden

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