Die Ausstellung ist wichtig und prima, der Titel klingt schwerfällig. „Grund und Boden“ erinnert an Versicherungen, Eigenheim und überhaupt an Besitzansprüche. Falsch ist das nicht, unter den Vorzeichen aktueller gesellschaftlicher und politischer Fragestellungen. Die Künstler:innen, die unter diesem Titel in K21 in Düsseldorf ausstellen, behandeln u.a. Fallbeispiele aus der Gegenwart, der Geschichte und der Mythologie, in denen Land gestohlen oder zurückgewonnen wird, Ressourcen der Natur genutzt werden und in denen Menschen, Tiere und die Natur neben- und miteinander leben. Daraus ist eine Schau der präzisen Freigeister entstanden, die Traditionen und Rituale beleben und die Dinge der Erde unvoreingenommen sehen. Etliche der 34 internationalen Positionen behandeln, wie nationale Grenzen beschaffen sind und wie die Natur sich selbst überlassen wird und regenerieren kann. Zugleich wird ein Gespür für Materialien vorgetragen, welche direkt der Natur und der Erde entnommen sind.
Es mag verführerisch gewesen sein, neben den teils neu geschaffenen Videos, Objekten, Malereien und Installationen auch ältere Werke aus der Sammlung des eigenen Hauses auszustellen, von Jan Dibbets oder Richard Long oder Franz West etwa: Plötzlich franst die Ausstellung aus, verliert an intentionaler Genauigkeit. Aber das rückt sich wieder zurecht in Beiträgen wie der Videoinstallation von Christopher Kulendran Thomas, die vom Raub des Waldes der Tamilen in Sri Lanka handelt und den Bogen hin zu Celebrities und KI spannt, oder den Skulpturen, die Havîn Al-Sîndy von Hand mit Lehm und der Erinnerung an ihre Heimat Kurdistan geschaffen hat. Ebenso eindrucksvoll sind die Installationen von Grace Ndiritu, die ein „Pflanzentheater für Pflanzenfreund:innen“ zeigt, und des Cercle d’Art des Travailleurs de Plantation Congolaise, der mit dem Erlös seiner Skulpturen aus Kakao und Lehm sein einstiges Land zurückkauft. Großartig ist zudem, dass sich die Ausstellung großzügig über das gesamte Gebäude verteilt und sich im Außenraum fortsetzt – dort im direkten Dialog mit der Natur.
Grund und Boden. Wie wir miteinander leben | bis 19.4. | K21 Kunstsammlung NRW in Düsseldorf | 0211 838 12 04
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