Sie gilt als ein Musterbeispiel einer verworrenen Story: In Giuseppe Verdis „La forza del destino“ führt die „Macht des Schicksals“ zu einem sich zufällig lösenden Schuss, tödlich für den Marchese von Calatrava. Dessen Tochter Leonora war gerade im Begriff, heimlich zu fliehen, gemeinsam mit ihrem Geliebten Alvaro, Sohn des letzten spanischen Vizekönigs von Peru und einer indigenen Inka-Frau. Der Fluch des sterbenden Marchese wird das Paar verfolgen. Leonoras Bruder Carlo ist überzeugt: Die beiden haben den Vater ermordet, weil er die Verbindung seiner Tochter mit dem Inka-Abkömmling nicht gebilligt hat. Er hat nur noch eines im Sinn: Rache für den Toten.
Verdi und seine Librettisten nutzen die Vorlage, das romantische Drama „Don Álvaro oder die Macht des Schicksals“ des spanischen Herzogs, Schriftstellers und Politikers Ángel de Saavedra, für ein bunt-dramatisches Kaleidoskop von Szenen. Sie bedienen Verdis Vorliebe für starke Kontraste, malerische Schauplätze und ins Äußerste getriebene Leidenschaften. Vor allem die Figur des Don Carlo de Vargas, eine der expressiven Baritonrollen aus Verdis Feder, ist in ihrem kompromisslosen Rachedurst ein Beispiel für einen extremen Charakter. Die Schauplätze – ein Gasthof, ein Kloster, ein Militärlager, Wald, Felsental und die Eremitage, in der Leonora unerkannt als Einsiedler lebt – sind ganz nach Verdis Geschmack. Eine harte Nuss für die Regie ist eine Figur wie die schillernde Preziosilla, die Werbung für Kriegsfreiwillige macht und im Militärlager mit ihrem berühmten „Rataplan“ die Soldaten animiert.
Aus dieser exotisch anmutenden jungen Frau macht Regisseur David Pountney in Bonn eine Zauberin, die als Verkörperung des „Schicksals“ das Rad der Fortuna in Gang setzt. Pountney, einer der führenden britischen Regisseure, hat diese Produktion 2018 für die Welsh National Opera in Cardiff erarbeitet. Sie ist gemeinsam mit „Ein Maskenball“ und „Die sizilianische Vesper“ Teil seiner Verdi-Trilogie, die in Kooperation mit der Oper Bonn entstanden ist. Die Times nannte die Produktion „ein mutiges, überzeugendes Stück Theater“. Musikalischer Leiter der Aufführungen ist Will Humburg, der als Erster Gastdirigent der Bonner Oper seit mehr als zehn Jahren eine Reihe auch selten gespielter Verdi-Opern dirigiert hat.
Die Macht des Schicksals | 2.(P), 8., 11., 16., 21., 23.2., 8., 23.3., 19., 24., 26.4. | Oper Bonn | 0228 77 80 08
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