

Ist von Energy Sharing die Rede, dann geht es sowohl um den technischen als auch um den sozialen Aspekt der Energiewende. Beim Energy Sharing stellt eine Gruppe von Bürgern dem Stromnetz eine Energiemenge zur Verfügung und beteiligt sich so aktiv an der Energiewende. Bereits seit dem Jahr 2018 existiert eine EU-Richtlinie für Energy Sharing. Sie wurde gefeiert als „Game Changer“ der Bürgerenergie, der Beteiligung von Bürgern an der dezentralen Energieversorgung.
Bürgerenergie
Die Mitgliedsländer sollen Vorschläge und Konzepte entwickeln, um Bürgern niederschwellig eine Beteiligung an der Transformation im Energiesektor zu ermöglichen, indem sie Energiegemeinschaften bilden, die Energie selbstständig produzieren, speichern, verbrauchen und verkaufen. In Österreich gibt es bereits über 1.300 dieser Gemeinschaften. So werden Bürger nach und nach zu ihren eigenen Energieversorgern, denn der Eigenverbrauch ist eine Form, das neu erzeugte Stromkontingent zu nutzen. Weitere Mengen dürfen an Nachbarn, Gemeindemitglieder und andere Kunden verkauft werden.
Bürgernahe Energieversorgung wird so greifbarer und es wächst das Verständnis dafür, wie sich der Strommarkt wandeln kann. Forscher der Energy Economics Group von der TU Wien bezeichneten in ihrem Endbericht vom März 2024 das Konzept der Energiegemeinschaften in Österreich als Erfolg. Sie halten fest, dass Bürger in das Energiesystem integriert und erneuerbare Energien gefördert werden. So entstehen zahlreiche kleinere Energieerzeuger, im Gegensatz zum überkommenen Modell, in dem wenige Großerzeuger den Markt bestimmen. Die damit verbundene Wertschöpfung kann sich in den Regionen vorteilhaft auswirken, Bürger gewinnen durch ihre aktive Beteiligung ein besseres Verständnis für die Materie. Energy Sharing kann so im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Gemeinwohl möglicherweise zu einer Win-Win-Lösung beitragen.
Win-Win-Lösung
Wenige Länder haben in diesem Thema bisher eine solche Bilanz vorzuweisen wie Österreich. Portugal und Italien werden vom Umweltbundesamt (BMUV) bei ihrer Bestandsaufnahme zu Energy Sharing für 2023 als positive Bespiele aufgeführt. Deutschland hängt dabei hinterher, die EU-Richtlinien fristgerecht umzusetzen. Das Bündnis Bürgerenergie legte daher im 1. Quartal 2024 Beschwerde bei der EU-Kommision ein, die daraufhin ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet hat.
Die Österreichische Koordinierungsstelle für Energiegemeinschaften bündelt Erfahrungsberichte der Initiativen, teilt Know-How, informiert über Organisationsformen und berücksichtigt nicht zuletzt auch Zugangsmöglichkeiten für einkommenschwache Haushalte.
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