Der Oktober ist für rund 240 Humorarbeiter ein ganz wichtiger Monat: Wer zum 22. Köln Comedy Festival (18.10. bis 3.11.) auf einer der 17 Spielstätten eingeladen ist, gehört entweder zu den bereits etablierten Künstlern – oder aber zu den vielversprechenden Newcomern, die hier die Chance bekommen, vor einem größeren Publikum zu spielen. Winni Rau, der künstlerische Leiter des Lach-Marathons, hält mit seiner Auswahl geschickt die Balance zwischen Mainstream und Anspruch. Kein einfaches Geschäft, geht es doch auch darum, möglichst viele Menschen zu mobilisieren.
Einer, der es mit einer Portion Wahnsinn – gepaart mit Genialität und Musikalität – geschafft hat, berühmt zu werden, ist der aus Frechen kommende Rainald Grebe. „Alles wurde immer fetter, ich auch“, resümiert er nun – und besinnt sich auf seine Wurzeln als Solist. „Das RainaldGrebeKonzert“ heißt sein neues Programm, das zehn sehr persönliche Lieder enthält. Sogar Frechen, seiner „Hometown“, hat er eines gewidmet: ein Freibad, ein Marktkauf, ein Drive-in, eine Fußgängerzone mit Ramschläden – so beschreibt er die nicht allzu aufregende Stadt, aus der er kommt (am 24. in der Philharmonie).
„Mein Psychiater ist ein guter Mann, er sagt, auf ein Ich mehr oder weniger kommt’s heute nicht mehr an“, singt Grebe, der herausgefunden hat, dass eine Zwiebel keinen Kern besitzt und man sie deswegen lange schälen kann. Außerdem stellt er fest, dass Identität ein Auslaufmodell ist. Das können die Gessler-Zwillinge bestätigen. Jahrelang rissen Lotti Stäubli und Barbara Hutzenlaub als Mitglieder der urkomischen Schweizer Frauenriege „Acapickels“ die Zuschauer von den Hockern. Jetzt haben die beiden ihre verblüffende Ähnlichkeit entdeckt und holen „Friede, Freude, Eierkuchen“ auf die Bühne (am 20. in der Comedia, grüner Saal).
Eine gepflegte Persönlichkeitsspaltung legt auch Bademeister Schaluppke an den Tag: Hinter dem Mann mit dem Kugelbäuchlein verbirgt sich einer, der Robbi Pawlik heißt. Dieser wiederum hat seinem Alter Ego aufgetragen, ein Tagebuch über sein Leben am Beckenrand zu führen. „Chlorreiche Tage“ heißt das Ergebnis der ungewohnten Schreibarbeit, die Pawlik/Schaluppke gemeinsam mit Frau Budnikowski vom Kiosk und der Esoterik-Pädagogin Frau Dinse-Holtmann präsentieren (am 25. im Ersten Kölner Wohnzimmertheater).
Ein bisschen einfacher und eindeutiger hat es dagegen Marius Jung in „Die Köln Late Show“ (am 27. im Gloria), indem er sich Gäste einlädt, die ganz bei sich bleiben dürfen: Der wunderbare Bastian Pastewka,die umwerfend schnodderige Carolin Kebekus, die Band Pimps im Park und Michael Hatzius inklusive seiner 2000 Jahre alten Echse besuchen den Kölner Sänger und Comedian zu später Stunde, um ordentlich auf den Putz zu hauen.
Was ich noch empfehlen kann? Schwer zu sagen, weil derart viele gute Künstler das Festival bestücken und die Humorzentren bekanntlich nicht bei jedem an der gleichen Stelle angesiedelt sind. Deswegen: Schauen Sie ins Programmheft – es ist mindestens so rund und bunt wie die Welt des Humors. Versichert wie immer mit den besten Wünschen für einen lustigen Monat die Ihnen stets ergebene
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