„Und – wie bist du Fixer geworden?“, lässt sich in der neuen Inszenierung von Futur3 so leicht beantworten wie die Frage nach dem eigenen Namen. Zu leicht. Die Bezeichnung leitet sich ab vom englischen „to fix something“, also „etwas lösen/reparieren“. Problemlösungen beziehen sich in „Making the Story – Ukrainische Fixer im Krieg“ nicht darauf, Konflikte zu befrieden, sondern für die Massen an internationalen Pressevertreter:innen Zeugen oder Opfer von Massakern und Vergewaltigungen zu organisieren. Für einige hundert Dollar riskieren die Fixer:innen als Dolmetscher:innen für TV-Sender oder Printmedien zwischen den Fronten ihr Leben, werden in der Berichterstattung jedoch zumeist nicht genannt. Die rund 100-minütige Produktion setzt in der Beleuchtung des wenig bekannten „Berufsfelds“ auf die Gesetze der Dokumentation, fußt sie doch auf autobiografischen Erzählungen.
Das nicht zu ordnende Chaos des Krieges errichtet auf der Bühne ein Areal voller Absturzmöglichkeiten. Videoleinwände gewähren Einblicke in die zerrissenen Seelen der „Dienstleister:innen“, die sich als Fließbandfütterer einer unersättlichen Medienwelt wiedererkennen müssen. Dem mitunter erschütternd nüchtern geschilderten Alltag in den Krisengebieten setzt die Epik elektronischer und analoger Klanglandschaften einen nicht minder berührenden Kontrast entgegen. Ebenso trocken wie bewegend erklärt einer der Befragten zu seinem neuen Job: Der habe sich halt einfach so ergeben. „Making the Story“ verfolgt die Evolution des Menschen zurück zum jagenden und gehetzten Tier.
Making the Story – Ukrainische Fixer im Krieg | 9., 24.5. je 20 Uhr | Schauspiel Köln, Depot 2 | 0221 22 12 84 00
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