Das kann ja heiter werden: Beim 21. Köln Comedy Festival werden über 150 Künstler dafür sorgen, dass im November nicht nur Herbst-, sondern auch Lachstürme durch Köln fegen: Vom 16. Oktober bis zum 1. November gibt es jede Menge Mixshows wie die traditionelle Eröffnungsveranstaltung „Köln lacht!“ oder die WDR 5 Radiogala „Voll auf die Ohren“ (am 19.) im Gloria oder – nun wird’s gigantisch – die 1Live Köln Comedy-Nacht XXL (am 20.) in der Lanxess Arena. Wobei das, was sich in den kleineren Theatern abspielt, garantiert den größeren Ausgelassenheits-Faktor besitzt. Nicht zuletzt wegen der intimeren Situation, die die ansteckende Wirkung des Lachens ganz anders befördert als eine Riesenhalle, in der man die Akteure als Winzlinge erlebt und deren Mimik nur über Leinwände zu sehen ist.
Eine feste Bank im Rahmen des Festivals ist zum Beispiel die Ladies Night am 26. in der Comedia: Die bewährte Gastgeberin heißt Nessi Tausendschön. Ihre Gäste sind Susanne Betancor alias Popette, die Lesebühnenautorin Sarah Bosetti und die Kanzler-Flüsterin Simone Solga, eine rattenscharfe politische Kabarettistin, die ihren männlichen Kollegen zeigt, wo der Gummi-Hammer hängt, mit dem man die Berliner Regierungs-Söckchen leichthändig k.o. schlägt.
Unter Köln-Premieren und Liveprogrammen (was sonst?) firmieren zum Beispiel Ozan & Tunc als „Ab und Zuwanderer“ (16., Senftöpfchen Theater), die in München beheimatete Martina Schwarzmann, die sich „Gescheid gfreid“ (17., Comedia) hat, was man in etwa mit „richtig gefreut“ übersetzen könnte. Einen Italien-Trip unternehmen die Geschwister Pfister (21. und 22., Gloria), in dem sie sich mittels Musik in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts beamen – eine doppelbödige Show rund um Verlockungen der Reiseindustrie, die Träume weckt, um sie anschließend meistbietend zu verhökern.
Es gibt Künstler, die man einfach lieben muss. Gayle Tufts gehört dazu. Wenn die seit 1991 in Deutschland lebende Amerikanerin dann auch noch ihr neues Programm schlicht „Love“ nennt (am 21. und 22. in der Comedia) und als Grund dafür angibt, das sei „the reason that I wake up every day“, glaubt man ihr aufs Wort, dass sie weiß, um welches Gefühl es sich da handelt. Was keineswegs heißt, dass Liebe sie blind macht. Viel mehr seziert sie mit scharfem Blick das Objekt ihrer Emotionen: ihre Wahlheimat Deutschland, deren Bewohner ihr nach wie vor ziemlich strange vorkommen.
Frischlinge in der Natur haben ein hellbraunes Fell mit vier bis fünf gelblichen Längsstreifen. Ihr Deckhaar ist weicher und wolliger als bei älteren Tieren. Soweit die biologische Beschreibung. Bei den Frischlingen des Comedy Festivals handelt es sich allerdings nicht um neu geborene Wildschweine, sondern um Talente, die eine Entdeckung wert sind. Wer ihn noch nicht kennt, wird vor Staunen große Augen machen: Özcan Cosar heißt der Stuttgarter, dessen Familie aus der Türkei kommt.
In seinem Programm „Adam & Erdal: Der Unzertrennliche“ erzählt er am 21. im Atelier Theater nicht nur äußerst witzig von den Zumutungen, mit denen ihn das Leben bislang konfrontiert hat, der deutsche Breakdance-Meister von 2000 ist auch ein Phänomen an Körperbeherrschung – was ihm den Publikumspreis des Prix Pantheon 2014 bescherte. Ein intensives Studium des breit gestreuten Programmangebots empfiehlt mit Nachdruck die Ihnen stets ergebene
21. Köln Comedy Festival | 16.10.-1.11. | koeln-comedy.de
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