
Die Arbeitswelt verändert sich – maßgeblich im Konflikt zwischen Arbeitern auf der einen Seite und politischen und wirtschaftlichen Eliten auf der anderen. Errungenschaften, die global zumindest weit verbreitet sind, hat die Arbeiterbewegung erkämpft, sei es das Ende von Kinderarbeit, der Acht-Stunden-Tag oder die Fünf-Tage-Woche. Die Konflikte enden nicht. Der gesetzliche Mindestlohn ist in Deutschland bis heute keineswegs selbstverständlich – und genügt ohnehin nicht für ein sicheres Auskommen. An das Wort „Niedriglohnsektor“ hat die Öffentlichkeit sich gewöhnt, dabei drückt es die Geringschätzung unverzichtbarer Aufgaben aus und ist eng mit der Verarmung vieler Menschen verbunden. Zugleich sorgt die Gesetzgebung dafür, dass sich der gesellschaftlich erwirtschaftete Wohlstand nur bei Wenigen anhäuft. Sogar ein Traumjob, der geregelte Arbeitszeiten, interessante Aufgaben und hohes Einkommen vereint, kann in die Krise führen: Acht Stunden Arbeit, Mittagspause, Anreise, Rückfahrt – selbst, wenn alles wie am Schnürchen läuft, bleibt nicht mehr viel übrig vom Tag, und damit für Geselligkeit, Erholung, Haushalt etc. Abstriche, zumeist bei Schlaf und Sozialleben, belasten bald die Gesundheit. Unser Monatsthema ARBEIT ODER LEBEN? denkt über eine gerechte Arbeitswelt nach.
Unsere Leitartikel fragen, wie Erwerbsarbeit zu einem erfüllten Leben beitragen kann, warum sich Superreiche ihrer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen dürfen und wer tatsächlich den Sozialstaat missbraucht.
In unseren Interviews diskutiert der Autor Martin Gaedt, warum eine Vier-Tage-Woche sowohl Unternehmen als auch ihrem Personal gut tut, der Historiker Marc Buggeln, wie das Steuersystem die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland vergrößert und der Soziologe Klaus Dörre, was einen Großteil der Beschäftigten wütend macht.
In unseren Lokalbeiträgen erfahren wir beim Kölner Verein Migration und Arbeitswelt, wie er
Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte hilft, wie ein Projekt der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf und der Hochschule Darmstadt erforscht, wie Vermögenssteuern zum Klimaschutz beitragen können und beim Wuppertaler Solidaritätsnetzwerk, wie Anwohner vor Ort für ihre Interessen kämpfen.
Der Telekom-Chef Tim Höttges rechtfertigte im Interview auf dem Politikkanal jung und naiv im Februar 2021 sein Millioneneinkommen nicht zuletzt damit, dass seine Arbeitsverträge zeitlich befristet seien. Es stimmt ja! Mit einer befristeten Anstellung verbindet sich die Unsicherheit, wie es danach weitergehen wird – wer befristet arbeitet, erhöht sein wirtschaftliches Risiko und entbindet die Gegenseite von mancher Verantwortung. Also: Mögen doch alle befristet und zumal prekär Beschäftigten sich dieses existentielle Risiko ebenso großzügig vergüten lassen! Bitte gemeinsam, so als Bewegung. Das erhöht die Chancen sehr.
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