
Gute Zeiten für harte Entscheider. Rund um den Globus haben Politiker Aufwind, die für Rücksichtslosigkeit stehen, für das Schüren von Misstrauen und Feindseligkeit gegenüber Bevölkerungsgruppen wie Migranten, Arbeitslosen oder politischen Gegnern. Vielfach beklatscht von aufgebrachten Wählerschaften, die jene harten Entscheidungen so sehr werden ausbaden müssen, wie diejenigen, gegen die sich ihre Feindseligkeit richtet. Auch zur Politik gehören Gefühle. Aber das ist gerade kein Freifahrtschein dafür, Vorurteile und Ängste zu bestätigen. Es sollte im Gegenteil zu einer Umsicht verpflichten, die Verständnis für die Perspektiven aller Betroffenen fördert und für Kompromisse, die nicht zuletzt die Lage der Schwächsten verbessern – statt ihre Angreifbarkeit einfach auszunutzen. Unser Monatsthema Kopf oder Bauch? fragt, was im Gehirn passiert, wenn Verstand und Gefühl miteinander ringen und wie sich das im Politischen und im Alltag auswirkt.
Unsere Leitartikel plädieren für eine Bildung, die Menschen ein Grundverständnis dafür vermittelt, was Wissenschaft kann und was sie nicht kann, um die Gesellschaft widerständiger gegen Hetze mittels „alternativer Fakten“ zu machen, erkennen den Kampf um bezahlbares Wohnen als Chance für eine klassenübergreifende Solidaritätsbewegung und fragen sich, was Männer und Frauen voneinander lernen können, um gute Entscheidungen zu treffen.
In unseren Interviews erklärt die Neurowissenschaftlerin Maria Waltmann, was die Gehirnforschung über unser Entscheidungsvermögen verrät, der Sprachwissenschaftler Thomas Niehr, wie Politiker und Populisten Sprache nutzen, um die Bevölkerung zu beeinflussen und der Psychiater Volker Busch, wie man mit schwierigen Entscheidungen umgehen sollte.
In unseren Lokalbeiträgen erfahren wir an der Kölner Universität, wie das Decision Lab Cologne den Einfluss von Denken und Fühlen auf unsere Entscheidungen erforscht, in Bochum, wie derWissenschaftskommunikator Ap_Saegge über„memetische Kriegsführung“ aufklärt und in Wuppertal, wie die Beratungsstelle Pro Familia bei schweren Entscheidungen weiterhilft.
Zum Jahresausklang stehen öffentliche Jahresrückblicke an. Anlass zur Freude bieten sie kaum. Krieg, Wirtschaftskrise, Abbau des Sozialstaats, Rückschritte beim Klimaschutz, eine vorzeitig gewählte Bundesregierung, die bereits ins Wanken gerät. Es mangelt nicht an Katastrophen und Konflikten. Vom dänischen Philosophen Søren Kierkegaard (1813-1855) stammt die berühmte Mahnung, das Leben lasse sich nur rückwärts verstehen und nur vorwärts leben. Fände ich klasse, aus all den Krisen lernen und es dann besser machen. Richtig, Kierkegaard betont gerade, dass die Folgen unserer Entscheidungen niemals durchweg absehbar sind, wir uns aber entscheiden müssen. Wie auch immer, es besser machen als bisher, das muss doch möglich sein in 2026 – bis dahin, schöne Feiertage und guten Rutsch!
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