Neue Emmas braucht das Land

29. Oktober 2026

Holgers letzte Worte – 11/26

Am 21. Oktober kündigte Alice Schwarzer an, dass sie ihre Zeitschrift „Emma“ zum Ende des Jahres einstellen werde. Rund fünf Jahrzehnte nach dem Erscheinen der ersten Nummer sei nun Schluss. Sie und ihre Mitstreiterinnen seien „ermattet“, außerdem seien die Verkäufe massiv zurückgegangen. Das Schicksal teilt sie übrigens mit zahlreichen anderen Medien. Aber das ist eine andere (auch unsere) Geschichte.

Im Fall von Emma liegt es jedenfalls nicht daran, dass es niemanden mehr brauche, der/die im Namen der Emanzipation (nicht der Frauen) das Establishment angreift: in Schrift und Bild, auf der Straße und in den Institutionen. Den trotz aller gegen die zahlreichen Widerstände erkämpften Frauen-Rechte, droht der Rollback in eine Zeit, in der sich die Gruppen um Alice Schwarzer gründeten, um die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen. Und es ist nicht nur der aggressive Kulturkampf der neuen (alt daherkommenden) Rechten oder autoritär-patriarchaler Religionen – der Ungeist macht sich auch in der Mitte der Gesellschaft breit.

Und vielleicht hat Alice Schwarzer auch selbst dazu beigetragen: Jede fünfte Leserin – einige auch in meinem Umfeld – hat ihr Abonnement gekündigt, weil sie es nicht länger ertragen konnten, dass sie mit Wagenknecht und Putin kungelt. Auch sonst hat Schwarzer es sich mit vielen Mitstreiterinnen vergangener Jahrzehnte durch ihre unversöhnliche Art verscherzt – vielleicht ist es der Preis des Erfolgs. Dabei wären die lauten Stimmen der Aufklärung und Em(m)anzipation wichtiger denn je.

Holger Pauler

biograph | choices | engels und trailer - die online Kinoprogramme für
Bochum, Bonn, Castrop-Rauxel, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Frechen, Gelsenkirchen, Hagen, Herne, Hürth, Köln, Leverkusen, Lünen, Mülheim, Neuss, Oberhausen, Recklinghausen, Solingen und Wuppertal