Berühmt wurde Herlinde Koelbl (*1939) mit ihren Langzeitreportagen zu Politikern, deren innere Gedankenwelt sie gleichsam über die Oberfläche – Kleidung, Gestus – aufspürte. Daneben sind weitere Projekte entstanden, so etwa in jüngster Zeit eines mit Krebspatienten, das sie mit Gesprächsaufzeichnungen kombiniert hat und nun im Kunstmuseum Bonn zeigt. Ausgehend von ihrer eigenen Erkrankung sowie von den Kreuzmarkierungen für die rettende Strahlentherapie, das andererseits an die militärischen Fadenkreuze als Ziel zum Töten erinnert, beschäftigt sie die Anwesenheit des Sterbens im Leben und die Vielschichtigkeit des Umgangs mit der existenziellen Bedrohung.
Herlinde Koelbl – Fadenkreuze für das Leben | bis 16.5. | Kunstmuseum Bonn | 0228 77 62 60
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