Vor gut zehn Jahren tingelte er quasi obdachlos zwischen San Francisco und Los Angeles, hatte sehr lange Haare und einen Rauschebart. Alleine damit war Devendra Banhart prädestiniert fürs Aushängeschild des Freak Folk. Die psychedelischen Folksongs, die er per Telefon auf dem Anrufbeantworter eines Freundes aufnahm, taten ein Übriges. Inzwischen sind die Haare kurz, vom Bart ist nur ein Hipster-Schnäuzer geblieben, und zusammen mit seiner Freundin Ana Kraš dreht er auch mal Commercials für Designer-Brillen. Platten macht er aber natürlich weiterhin, und das erfolgreich. Gerade ist das neue Album „Mala“ mit immer noch ungewöhnlichen Songs erschienen. In Köln tritt vorher der Düsseldorfer Klavier-Minimalist Hauschka auf (2.7., 20 Uhr, Kulturkirche). Der cheesy-überdrehte Powerpop von Vampire Weekend wird gerne mit den Talking Heads verglichen – nicht zuletzt wegen der Anleihen an afrikanischer Musik. Im Ganzen betrachtet sind die Parallelen zu den Talking Heads nicht so dominant und werden auch immer weniger. Eher erinnern sie an quietschfidelen College-Rock. Oder doch an die späten Talking Heads? Die neue Single „Diane Young“ spricht mit angedeutetem Rock ’n’ Roll-Gesang jedenfalls eine deutliche Sprache. Platz für Melancholie ist bei ihrem Party-Eklektizimus nicht (2.7., 20 Uhr, E-Werk).
Apropos Rock ’n’ Roll: Die Japaner Guitar Wolf sind eine Institution in Sachen Rock ’n’ Roll-Revival. Allerdings sollte man auch Spaß am Krach mitbringen, denn ihr trashiger Sound lässt die Ramones geradezu akademisch klingen. Die Konzerte münden zudem gerne in kleinen Zerstörungsorgien. Als Support spielen die Mad Mullahs aus Bonn (4.7., 21 Uhr, Tsunami). Noch mal zurück zu den Talking Heads: Nach „Remain in Light“ von 1980 gingen die Bandmitglieder getrennte Wege: David Byrne veröffentlichte ein experimentelles Album mit Brian Eno, Jerry Harrison machte ein tolles Soloalbum, und das Paar Chris Frantz und Tina Weymouth gründete den Tom Tom Club, der zwei verspielt-poppige Platten mit starkem Funk- und Rap-Einfluss veröffentlichte. Im Rahmen der Konzertreihe King Ludwig spielen sie eines ihrer seltenen Konzerte auf dem Dach des Museum Ludwig (8.7., 20 Uhr, Museum Ludwig). Krach hoch zwei darf man von Otto von Schirach erwarten. Der Breakcore-Derwisch aus Florida hat deutsche Vorfahren, heißt also vielleicht wirklich so. Gegen adelige Gefühlswallungen hilft ihm mitunter sein Alias Otto von Schitpiss (das Doppel-S pimpmäßig als Dollarzeichen geschrieben), aber die spastische Musik (Albumtitel: „Oozing Bass Spasms“) sollte auch schon ausreichen, um jegliche Gefühle von Gehorsam und Respekt zu vertreiben. Unterstützung erfährt er von dem schwulen Rapper Cakes da Killa aus New York (21.7., 19 Uhr, Baustelle Kalk).
Der Australier Dub FX hat sich in den letzten Jahren auf den Straßen Europas einen Namen als atemberaubender Beatboxer gemacht, der auch vor Drum'n'Bass nicht Halt macht. Wie er es in der kurzen Zeit von der Fußgängerzone in die großen Konzerthallen geschafft hat? Mit seinem Gesangsstil hat er inzwischen auf jeden Fall auch die Reggae-Gemeinde hinter sich gebracht (25.7., 20 Uhr, Live Music Hall). Der Brasilianer Lucas Santtana hatte in den 90ern bereits mit den Großen des Bossa Nova gespielt, als er 1999 mit seinem Debüt eine Solokarriere startete. Fünf Platten später ist sein Trennungsalbum „O deus que devasta mas também cura“ von 2012 so zart wie vertrackt und erinnert durchaus an die Bossa-Ausflüge eines Artho Lindsay, mit dem er auch schon zusammen gespielt hat (30.7., 21 Uhr, Luxor).
biograph |
choices |
engels und
trailer
- die online Kinoprogramme für
Bochum,
Bonn,
Castrop-Rauxel,
Dortmund,
Düsseldorf,
Duisburg,
Essen,
Frechen,
Gelsenkirchen,
Hagen,
Herne,
Hürth,
Köln,
Leverkusen,
Lünen,
Mülheim,
Neuss,
Oberhausen,
Recklinghausen,
Solingen und
Wuppertal