Text ist mehr als Schrift und Literatur – diesen Ansatz zelebriert das interdisziplinäre auftakt festival am ersten Dezemberwochenende bereits zum wiederholten Mal: „Bei uns nehmen Menschen teil, die ihre Kunst und sich selbst öffnen wollen für Kollaborationen und Darstellungsformen, mit denen sie bisher noch nicht gearbeitet haben“, sagt Sandra Riedmair, die seit 2021 das Festival mit Katherina Gorodynska und Emina Faljić zusammen leitet. „Dafür bieten wir im Vorfeld einen Workshop an und vernetzen die Leute so gut es geht. Soundkünstler treffen also beispielsweise auf Lyrikerinnen oder Autorinnen auf Performancekünstler.“ Das sei für manche ein Wagnis, weil sie nicht genau wüssten, was herauskomme. „Aber dieses Potenzial interessiert uns gerade“, erklärt Riedmair.
Das auftakt festival startete 2017 als Initiative des Kölner Literaturvereins Land in Sichtund des Netzwerks Cheers for Fears, das junge Künstler:innen aus NRW in den Austausch bringt. Damals richtete sich das Festival noch vermehrt an darstellende Künstler:innen, die szenische Texte auf die Bühne bringen wollten. 2021 wurde die Leitung neu ausgeschrieben – und damit kam auch der heutige Ansatz: „Wir haben das Konzept insofern verändert, dass wir den Text in all seinen Formen in den Mittelpunkt gestellt haben“, sagt Sandra Riedmair. Künstler:innen aller Disziplinen, die mit Text arbeiten, können sich seither bewerben. Riedmair und ihren Kolleginnen sei das ein besonderes Anliegen, weil „der Text an so vielen anderen Orten stattfindet als nur auf der Bühne.“
Das diesjährige Thema des Festivals ist der Essay. Eine Entscheidung, die laut Sandra Riedmair naheliegend ist: „Wenn das auftakt eine literarische Form wäre, dann wahrscheinlich ein Essay. Wir fanden das Thema oder besser die Form spannend, weil es den interdisziplinären Ansatz aufgreift.“ Außerdem nehme die Textform eine Haltung ein, die sich gegen eine eindeutige Meinung oder objektives Wissen stelle. „Der Essay ist Denken, das sich transparent macht, das Argumente sucht, ausschweift, kontextualisiert, von neuem beginnt. Der Essay will nicht recht haben. Das erschien uns eine interessante Ausgangsposition zu sein für viele Inhalte, die aktuell polarisieren.“
7. auftakt festival | 1.-3.12. | Filmhaus, Gold+Beton, funk, oté | www.auftakt-festival.de
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