Wie sehen die aktuellen Herausforderungen Asiens aus – und wie begegnet ihnen die Zivilgesellschaft? Diesen Fragen widmen sich am 5. Juli die Gastredner:innen beim 13. Asientag des Asienhauses im Haus der evangelischen Kirche. Per Video sind die Menschenrechtsverteidigerinnen Bina Buddhacharya, Domingas Amaral und Judit Ribeiro da Conceição zugeschaltet. Sie sprechen über ihren Einsatz für Frauenrechte und gegen häusliche Gewalt in Nepal. Lennart Riedel und Chen Qi behandeln die abstrakten Diskursformen im digitalen Raum Chinas und deren Veränderungen durch KI und Machtverschiebungen. Auch die EU-Menschenrechtspolitik in Bezug auf Rohstofflieferketten wird ein Thema sein. Denn die geplante Omnibus-Verordnung soll Bürokratie abbauen und somit Unternehmen entlasten – Kritiker:innen bemängeln jedoch einen Rückschritt im Kampf gegen Ausbeutung.
Ein besonderer Fokus liegt diesem Jahr auf der Bedeutung von Medien im Kampf für die Menschenrechte. Schließlich geraten in vielen asiatischen Ländern Medienschaffende zunehmend unter Druck: In Kambodscha mussten zahlreiche regierungskritische Redaktionen schließen, so beispielsweise die der englischsprachigen Tageszeitung Cambodia Daily. In Indien, das aktuell auf Platz 151 in der Rangliste der Pressefreiheit steht, gefährden repressive Mediengesetze und regierungsnahe Trollarmeen die Arbeit der Presse. Ein Schlaglicht des Asientags liegt zudem auf den Philippinen, wo kritische Journalist:innen Verleumdungsklagen befürchten müssen. Auch tödliche Anschläge auf Reporter:innen sind in dem Inselstaat keine Seltenheit.
Begleitet werden die Diskussionen von einer Ausstellung des Fotografen Mauk Kham Wah über die Militärdiktatur in Myanmar und den zivilen Widerstand gegen die Junta. Seit dem Militärputsch im Februar 2021 befindet sich Myanmar im Bürgerkrieg. Instabilität und Unsicherheit sind groß: Nur 21 Prozent des Staatsgebiets befinden sich laut einer Studie der BBC unter voller Kontrolle des Militärregimes, täglich kommt es zu willkürlichen Verhaftungen, Morden und sexueller Gewalt. Durch das Erdbeben im März 2025 hat sich die humanitäre Krise in dem Bürgerkriegsland weiter verschärft. Die Wasserversorgung ist in Teilen des Landes zerstört, sodass das Krankheitsrisiko rapide angestiegen ist. Viele Menschen sind ihrer Lebensgrundlage beraubt – dennoch stellen sich nach wie vor einige mutige der Repression entgegen.
Am Rande gibt es auch noch ein Jubiläum zu feiern: Die Zeitschrift Südostasien wird in diesem Jahr 40 Jahre alt. Die Redakteur:innen Marina Wetzlmaier und Hendra Pasuhuk sowie die Mitherausgeberin Mirjam Overhoff diskutieren vor einem abschließenden Jubiläumsempfang darüber, welche Rolle den südostasiatischen Ländern in der deutschen Medienlandschaft zukommt und inwiefern der Blick gen Osten eurozentristisch verzerrt ist.
13. Asientag | Sa 5.7. 10-17.30 Uhr | Haus der evangelischen Kirche | www.asienhaus.de
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